my Fassa


Italia Deutsch English

Sie sind in: Home  > Sommer  > Unterkünfte und Angebote  > Urlaubsideen  > Kultur

*

Kultur und Tradition im Val di Fassa

Kultur und Tradition im Val di Fassa

Urlaub im Zeichen der ladinischen Kultur

Urlaub im Zeichen der ladinischen Kultur

Die Welt der fassaner Ladiner



Einsam, hoheitsvoll in ihrer Geometrie, umhüllt vom Wetterleuchten im Morgengrauen und beim Sonnenuntergang: die Dolomiten haben zu jeder Zeit ungezählte Blicke aller Reisenden angezogen. Das Val di Fassa ist aber nicht nur eine Bergwelt. Diese Nische im Trient verführt und fasziniert, ohne dabei falsche Illusionen zu erschaffen, es verbirgt einen geschichtlichen und artistischen Schatz, dem jede Aufmerksamkeit gebührt. Willkommen im Land der Ladiner, einer ethnisch geschützten Minderheit, die ständig mit Stolz seine kulturellen, sprachlichen und gastronomischen Wurzeln verteidigt. Es sind die volkstümlichen Traditionen der Ladiner die, besonders die Urlaubsgäste im Val di Fassa, neugierig machen; ihre Wurzeln sind in der keltisch/rätischen Kultur wiederzufinden. Große Bedeutung wird dem Schutz des Territoriums, dem Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinschaft und der Liebe zu den Bergen gewidmet.


Diese Aspekte sind in den Legenden und Erzählungen, in den unzähligen Veranstaltungen, im Handwerk und zuletzt in der herzlichen Gastfreundschaft wiederzufinden.
Museen, Bunkeranlagen, "Tobiè" (Heuschober) und Kirchen bieten einen interessanten tiefen Einblick in die Kultur, die Kunst, der architektonischen Geschichte des Val di Fassa. Thematische Wanderungen und geführte Besichtigungen in die einzelnen Orte des Val di Fassa werden von der Gesellschaft Dolomiti Explora und unseren territorialen Begleitern organisiert.



Ein Volk, eine Sprache und eine tausendjährige Kultur



Die Ladiner sind eine Bevölkerungsminderheit von ca. 35.000 Personen, die in den fünf Tälern rund um den Sellastock (Fassa, Gardena, Badia, Livinallongo, Ampezzo) leben und die Mehrheit der Bewohner die ladinische Muttersprache beherrscht. Wenn es auch immer als Ladinisch anerkannt wird, unterscheidet sich die Aussprache in den einzelnen Tälern durch einen eigenen Charakter, manchmal von anderen dominanten Sprachräumen beeinflußt, wie die deutsche und italienische Sprache. Man spricht also: "fassano" - Val di Fassa, "gardenese" - Val Gardena, "badiotto/marebbano" - Val Badia/Marebbe, "fodom" - Livinalongo/Colle Santa Lucia und "ampezzano" - Ampezzo.
Das Val di Fassa ist das einzige Tal in der Provinz Trient.



Das Val di Fassa auf Spuren der Vergangenheit



Das antike Wappen der Gemeinschaft des Val di Fassa, durch eine Freske aus dem Jahre 1607 im Bischofspalast in Brixen beurkundet, stellt den "l Pàster de Fascia" (Hirten des Val di Fassa) dar. Es war, in der Tat, die Viehzucht (überwiegend Schafzucht), welche die größte Einnahmequelle seit immer darstellt. Hieran erinnert das Monumento al Capraio (Monument des Ziegenhirten) aus Bronze, das im Jahre 1983 von dem Künstler Rinaldo Cigolla erschaffen wurde, zu besichtigen auf dem kleinen Ortsplatz in Fontanazzo (Mazzin) zwischen der Kirche des Carmelo und der Gemeinde.

Möchten Sie mehr über die Geschichte und Kultur des Val di Fassa erfahren? Nichts leichter als dies. Man begibt sich in das ladinische Kulturinstitut Majon de Fascegn in Vigo, das über eine spezielle, umfangreiche Bibliothek, Filmarchiv, Kataloge, Fotoarchiv und geschichtliche Dokumentation verfügt.



Feste und fassaner Traditonen



Die Bevölkerung des Val di Fassa ist immer stolz auf ihre Sprache und ihre ladinische Kultur gewesen. Bewusstsein und Stolz auf die eigene Abstammung haben dazu beigetragen, die jahrhundertlangen Traditionen und Gebräuche zu erhalten, die bis zum heutigen Tage mit intensiver Bedeutung gelebt werden. Es bestehen noch viele Bräuche, Events und Veranstaltungen, die an religiöse Gedenktage erinnern (viele mit Tiroler Inspirationen); ein Wachrufen antiker Rituale, aus geistlicher und weltlicher Mischung, die je nach Jahreszeit oder geschichtlichen Ereignissen abwechseln und in der kollektiven Erinnerung weiterleben.



Monti Palladi als Legende


Re Laurino, Conturina, Barbolina, Ondina, Gordo und Vinella, Ciambolfin sind nur einige der Protagonisten in den Legenden des Val di Fassa


Der majestätische Blick der Berge, die Sonnenstrahlen, die im Morgengrauen und bei Sonnenuntergang orangene - und lila Nuancen auf die Dolomitenfelsen zaubern, aufgrund dieser Naturphänomene, bis heute wurde noch keine wissenschaftliche Erklärung dafür gefunden, und den geschichtlichen Vorkommnissen, wurden diese für die Bevölkerung zum Mythos. So wurden Wälder, Felsen, Böschungen und Seitentäler des Val di Fassa mit Fabelwesen erdacht wie: die Vivenes, weibliche Wesen, schöne und freundliche Frauen, die in den Bergen und an Flüssen lebten, die Bregostènes, hässliche, hinterlistige Frauen, die Stries, bösartige, niederträchtige Frauen, die Salvans, wilde, beleidigende Männer, Zwerge und viele andere. Geschichten die an den langen Winterabenden in der warmen Stube (der Aufenthaltsraum, in dem die Familie am Tage zusammenfand) von Generation zu Generation weitererzählt wurden. Märchen, die überwiegend von den Frauen an ihre Töchter weitergegeben wurden, die eine wesentliche Rolle in der Erhaltung des Ladinischen und des Kulturellen (über Jahrhunderte nur sprachlich weitergegeben) hatten. Auch im Val di Fassa hat in den vergangenen Jahrhunderten die Frau unter Vormundschaft gelebt, zunächst des Vaters, dann des Ehemanns oder Bruders und hatte kein Recht, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Im Hause jedoch war sie der Mittelpunkt der Familien und nicht zufällig beziehen sich die lad. Legenden auf weibliche Protagonisten.

Neben den Geschichten über einzelne Personen, wahre Zeitgeschichten wie z.B. die Fanes (eine Volksgruppe aus den Dolomiten, die nur teilweise sagenumwogen ist) die im Val di Fassa teilweise angesiedelt war und die in einem Fest "Festa ta Mont" gefeiert wird, das seit einigen Jahren im Nicolòtal, oberhalb von Pozza di Fassa Anfang August stattfindet. Berge und Orte stehen dabei immer im Vordergrund, da die Legenden immer an exakten Stellen entstehen und stattfinden. Die Marmolada, Sass Pordoi, Langkofel und Catinaccio sind verzauberte Orte. Besonders der "Rosengarten", über den viele Geschichten erzählt worden sind. Seit ein paar Jahren ist ein Sommerweg für Kinder und Familien eingerichtet worden "Do l troi de la conties" (ein Märchenwanderweg), ein schöner Spaziergang in 6 Etappen, 6 Märchen, wo man die Abenteuer eines Königs, Prinzessinen, Hexen und Hirten, die dort in der Vergangenheit Gestalt angenommen haben, erleben kann.

Heute gibt es viele Bücher, die von den Legenden des Val di Fassa erzählen, Hugo de Rossi und Karl Felix Wolf sind bei der Sammlung und Erzählung in ihren Büchern wohl immer noch die besten Verfasser. De Rossi (1875-1940) hat im Jahre 1912, nach gewissenhaften Nachforschungen der Geschichten, die von älteren Menschen erzählt wurden, das Buch "Fiabe e leggende della Val di Fassa" (Märchen und Legenden des Val di Fassa) geschrieben. Aus dieser Arbeit entnahm auch Wolff (1879-1966) Informationen und veröffentlichte das Buch "I Monti Pallidi" (Die bleichen Berge).



Heustabel, Vertreter der alpinen Architektur



Die Geschichte eines Tales läßt sich auch an Hand seiner Architektur beurteilen. Im Val di Fassa sind es die "Tobié", die charakteristischen Heuschober mit seinen dunklen Farben, von der Sonne verbrannt, die wertvolle Abschnitte des bäuerlichen und handwerklichen Lebens in sich einschließen. Sie sind sehr wichtiges Erbe und Zeugnis eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen dem Menschen und der Natur.

Um mehr zu erfahren: "Fassa montagna che scompare" von Damiano Magugliani, herausgegeben mit Hilfe des Istituto Culturale Ladino in San Giovanni di Fassa.



Das fassaner Kunsthandwerk



Die Kultur des Kunsthandwerkes in Holz ist die eigentliche Besonderheit des Val di Fassa. Die ansässigen Handwerker stellen ihre Werke (Statuen, Basreliefs, Kruzifixe oder Einrichtungsgegenstände für das Haus) in kleinen Verkaufsräumen aus, in denen man noch jene Atmosphäre atmen kann, die an die alten Handwerke erinnert, mit vielen Skalpellen und Werkzeugen im ganzen Raum verteilt und Holzschnitzeln auf dem Boden. Unter den wohl charakteristischten Artikeln des örtlichen Handwerkes ragen wohl die "Faceres" heraus, die typischen hölzernen Masken des Karnevals Ladinien’s, welche man tragen oder an der Wand wie ein Bild aufhängen kann.

Die Läden des Handwerkes im Val di Fassa


*

share us

facebook flickr twitter

newsletter

newsletter