Der Sass Pordoi und die Terrasse der Dolomiten.
Es gibt Orte, an denen die Berge nicht mehr nur Kulisse sind, sondern selbst zur Hauptdarsteller werden. Der Sass Pordoi ist einer davon. Auf 2.239 Metern Höhe, zwischen dem Sass Pordoi und dem Sass Becé, markiert der Pass die Grenze zwischen Trentino und Venetien und zählt zu den bekanntesten Dolomitenpässen. Von Canazei sind es nur 12 Kilometer, doch schon die Auffahrt mit ihren 28 Kehren ist Teil des Erlebnisses: eine spektakuläre Straße, die im Laufe der Jahre für Radfahrer, Motorradfahrer und Wanderer legendär geworden ist.
Der Pass ist auch einer der vier Übergänge der historischen Dolomitenstraße, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurde, um Bozen mit Cortina zu verbinden und diese Berge für den Tourismus zu erschließen. Hier ist die Geschichte noch sichtbar: Wege und Gipfel in der Umgebung bewahren Spuren des Ersten Weltkriegs, an die heute das Museum des Großen Krieges und das Beinhaus am Pordoijoch erinnern. Das wahre Wahrzeichen des Passes ist jedoch der Aufstieg zum Sass Pordoi, der berühmten Terrasse der Dolomiten. In wenigen Minuten bringt die Seilbahn Besucher auf fast 3.000 Meter Höhe, wo sich ein Panorama öffnet, das scheinbar kein Ende kennt. Ganz in der Nähe erkennt man die Marmolada, die Sellagruppe mit der Pyramide des Piz Boè, den Langkofel und den Rosengarten; etwas weiter entfernt ragen die Tofane von Cortina und der Pelmo auf, und an klaren Tagen reicht der Blick sogar bis zu den österreichischen und schweizerischen Alpen.
Schließen Sie kurz die Augen und stellen Sie sich vor: Vor Millionen von Jahren befand sich hier ein grenzenloses tropisches Meer, der uralte Tethys-Ozean, und die Sellagruppe war ein echtes Korallenatoll, das aus dem Wasser ragte. Wer heute über die Terrasse der Dolomiten geht, bewegt sich also über den Überresten eines uralten Meeres, das im Laufe der Zeit zu Fels geworden ist.
Im Sommer ist das Pordoijoch Ausgangspunkt für Wanderungen, Klettersteige, Bergtouren und Radtouren, während die Seilbahn allen Besuchern einen einfachen Zugang zur Hochgebirgslandschaft ermöglicht. Im Winter ist der Pass eine ikonische Station der Sellaronda, der berühmten Skirunde über vier Dolomitenpässe, und zugleich Ausgangspunkt für einige der bekanntesten Freeride-Abfahrten der Region.
Die Seilbahn Sass Pordoi gehört außerdem zu den wenigen Anlagen in den Dolomiten, die so lange im Jahr geöffnet sind: von Mitte Mai bis Anfang November, bevor sie kurz pausiert und noch vor Weihnachten wieder in Betrieb geht, um die gesamte Wintersaison zu begleiten. Im Laufe des Jahres finden auf der Terrasse der Dolomiten auch besondere Veranstaltungen statt: im Herbst das höchstgelegene Weinsymposium des Alpenraums, während sie im Juli mit dem spektakulären Dolomyths Run Skyrace zum Schauplatz des internationalen Skyrunning wird.
So erreichen Sie uns
Sommer: mit dem Auto; zu Fuß vom Col dei Rossi (Aufstieg mit den Aufstiegsanlagen Canazei-Belvedere); mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (kostenlos mit der Val di Fassa Guest Card).
Winter: mit dem Auto; mit privatem Shuttlebus.
